Der Poet versteht die Natur besser als der wissenschaftliche Kopf.

Novalis (1772-1801)

Der 1932 in Kartitz (Nord-Böhmen) geborene Erich John war als Formgestalter tätig, der durch die Gestaltung der Urania-Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz international
bekannt geworden ist. Gleich nach seiner Lehre als Bauschlosser in Neukloster studierte er von 1950 bis 1953 an der Fachschule für Angewandte Kunst Wismar-Heiligendamm
Kunstschmiede-Metallgestaltung und von 1953 bis 1958 an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee Formgestaltung. Für die Rathenower Optische Werke (ROW) gestaltete er ein komplettes Produktionsprogramm neu. In der Zeit zwischen 1955 und 1992 entwarf er zahlreiche Produkte der Elektro-, Optisch-Feinmechanischen und Kraftfahrzeug-Zulieferindustrie z. Bsp. 1955 das Design für den Rundfunkempfänger Undine II und 1975 für den Elektrorasierapparat Bebo Sher Favorit. Ab 1965 übte Erich John eine Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee aus, an der er 1973 zum Professor berufen wurde.

 

Rathenower Optische Werke

Die Rathenower Optischen Werke (ROW) gehörten zu den bedeutendsten Herstellern von Linsen und anderen optischen Instrumenten in der DDR. Das Unternehmen wurde 1801 als Königlich privilegierte optische Industrie-Anstalt vom Pfarrer Johann Heinrich August Duncker und von Samuel Christoph Wagener, dem Leiter der Industrieschule der
Rathenower Garnison, gegründet. Duncker hatte seit 1790 Mikroskope hergestellt. Im Jahr der offiziellen Unternehmensgründung 1801 ließ er eine von ihm entwickelte Vielschleifmaschine patentieren. Mit dieser Maschine konnten elf Linsen gleichzeitig geschliffen und dann poliert werden. Die Produktion von Linsen und damit ausgestatteten
Fertigerzeugnissen erfolgte in einem Teil des Geburtshauses Dunckers, einem Pfarrhaus. Wichtige frühe Produkte waren neben Linsen für Mikroskope, Lupen und Brillen sowie
astronomische Fernrohre und weiterhin Mikroskope. Als erste Arbeiter wurden invalide Soldaten und Waisenkinder eingesetzt. Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende
Weltwirtschaftskrise führten zu einer Verringerung der Zahl der Beschäftigten. zur Messung von Fehlsichtigkeit vor. Im gleichen Jahr soll die Beziehung zwischen Busch und Carl Zeiss, die seit längerem über Kartellabsprachen verbunden waren, durch Kapitalverflechtung noch enger geworden sein. Busch bezog später die Linsen von Zeiss.

Urania-Weltzeituhr

Die Urania-Weltzeituhr ist eine Uhrenanlage in Baueinheit mit einer symbolischen Weltdarstellung auf dem Berliner Alexanderplatz. Sie enthält auf ihrer metallenen Rotunde die Namen von 148 Städten. Seit ihrer Aufstellung ist die Weltzeituhr einer der beliebtesten Treffpunkte Berlins. Die 16 Tonnen schwere Weltzeituhr wurde am 30. September 1969
feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Entworfen wurde sie von Erich John, der damals Dozent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin war. Er leitete auch die neunmonatigen Bauarbeiten. Ihr Bau war eine Teamarbeit von etwa 120 Fachleuten verschiedenster Gewerke. Die Idee zur Uhr kam 1968 bei der Neugestaltung einer 1966 bei Abrissarbeiten aufgefundenen Uraniasäule (svw. Wettersäule) im Zuge der Neuplanung des Alexanderplatzes. Zwischen Oktober und Dezember 1997 wurde die Uhr für 350.000 Mark unter Verantwortung des Metallrestaurators und Bildhauers Hans-Joachim Kunsch saniert. Bei der Sanierung wurden Städtenamen wie Leningrad in Sankt Petersburg, Alma Ata in Almaty aktualisiert.

Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee ist eine 1946 gegründete Hochschule für Bildhauerei, Bühnen- und Kostümbild, Malerei, Mode-Design, Produkt-Design, Textil- und Flächen-Design sowie Visuelle Kommunikation, die sich im Ortsteil Berlin-Weißensee befindet. Außerdem werden die weiterbildenden Studiengänge Kunsttherapie und Raumstrategien angeboten. Der Studiengang Architektur wurde mittlerweile eingestellt. Die Einrichtung wird von einer Rektorin geleitet. Die Mart Stam-Gesellschaft ist der Förderverein der Hochschule. Die Hochschule wurde 1946 in Berlin als Kunstschule des Nordens gegründet. 1947 erfolgte die staatliche Anerkennung als Kunsthochschule durch die sowjetische Militäradministration und die Umbenennung in Hochschule für Angewandte Kunst. 1950 wurde Mart Stam Rektor der Kunsthochschule und begründete das fächerübergreifende Grundlagenstudium. Stam blieb Rektor der Hochschule bis 1952. 1953 wurde die Hochschule für angewandte Kunst in Hochschule für bildende und angewandte Kunst und 1969 in Kunsthochschule Berlin umbenannt.

Alexanderplatz

Der Alexanderplatz ist ein zentraler Platz und Verkehrsknotenpunkt in Berlin. Er liegt im Ortsteil Mitte in der früheren Königsstadt und wird im Volksmund kurz Alex genannt. Er wurde nach dem russischen Zaren Alexander I. benannt. Die folgenden Straßen beginnen am Alexanderplatz: Alexanderstraße in Richtung Jannowitzbrücke/ Heinrich-Heine-Straße

/Kreuzberg, Rathausstraße in Richtung Werderscher Markt/ Französische Straße/Potsdamer Platz oder Straße des 17. Juni, Neue Königstraße Richtung Königstor über Wadzekstraße/ Otto-Braun-Straße/ Greifswalder Straße. Darüber hinaus verlaufen folgende Straßenzüge tangential zum Alexanderplatz: Leipziger Straße/ Gertraudenstraße/
Mühlendamm/ Grunerstraße/ Otto-Braun-Straße/ Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee/Karl-Liebknecht-Straße/ Unter den Linden, Frankfurter Allee/ Karl-Marx-Allee/Münz-/Weinmeisterstraße/ Rosenthaler Straße/ Brunnenstraße, Dircksenstraße. Seit dem Umbau in den 1960er Jahren ist der gesamte Platz den Fußgängern vorbehalten und wird
nur seit 1998 wieder von der Straßenbahn gekreuzt. Täglich besuchen ihn mehr als 360.000 Menschen.